Aus dem Leben eines Lesers

Nachtbibliothekar

  • »Sie liest bis spät in die Nacht, und je mehr Bücher sie heimlich verschlingt, desto mehr findet sie wieder zu sich selbst zurück. Sie hatte vergessen, wie es ist, sich größer zu fühlen, als man ist, sich so weit in andere hineinzuversetzen, als würde ihr Kopf auch den der anderen umfassen. Armer Daniel, so klug er auch sein mag, er kann sich nur mit der Wirklichkeit auseinandersetzen, was darüber hinaus existiert, sind für ihn bloß triviale Erfindungen, aber genau da, in dieser unendlichen Welt der Dichtung, wartet die Frau auf ihn, nach der er sucht.»

    – Anjet Daanje: Das Lied von Storch und Dromedar : Roman. – Aus dem Niederländischen von Ulrich Faure. – Berlin : Friedenauer Presse, 2025. – ISBN 978-3-7518-0641-1 – Seite 106

  • Neunter Tag nach der Operation. Wunde heilt weiter vor sich hin, Schmerzen sind kaum noch da. Dafür habe ich seit dem vergangenen Wochenende eine Erkältung. Dabei wie immer einen vernebelten Kopf, Lesen kaum möglich. Stattdessen Krimis als Hörbuch. Immerhin. Goodreads meckert rum, dass ich bereits mit zwei Büchern im Hintertreffen bin, will ich meine »Reading Challenge« nicht verpassen.
    Ja, wenn ich die Erkältung erfolgreich aus dem Kopf gezogen haben, passen da auch wieder gelesene Buchstaben rein. Hoffentlich.
    Nächste Woche dann ein hoffentlich spannender Termin. Und Waterhouse wartet geduldig.

  • Dritter Tag nach Operation. Viel Schlaf, viel liegen, kaum Schmerzmittel. Zum Lesen noch nicht wieder fähig, vielleicht heute.

  • Grodek

    Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
    Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
    Und blauen Seen, darüber die Sonne
    Düstrer hinrollt; umfängt die Nacht
    Sterbende Krieger, die wilde Klage
    Ihrer zerbrochenen Münder.
    Doch stille sammelt im Weidengrund
    Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt
    Das vergossne Blut sich, mondne Kühle;
    Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
    Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
    Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
    Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
    Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
    O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre
    Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
    Die ungebornen Enkel.

    Zitiert nach:
    – Peter Waterhouse: Z Ypsilon X. – Berlin : Matthes & Seitz, 2025. – 1554 S. (3 Bände) – ISBN 978-3-7518-0040-1. – Band 1: Z, S. 378

  • Ich mag Bücher. Ich mag Menschen. Ich liebe es, wenn Menschen Bücher lesen.