Aus dem Leben eines Lesers

Lesen

  • »What would you do in such a world? I read Dostoyevsky, of course. I read all his novels, one after another, and then reread them. He made me feel supersmart. That was his great talent, making teenage boys feel righteous. At that age, and only at that age, I considered his philosophical questions to be deep and poignant, and the fact that I understood them meant I was superior to everyone. Please remember that my brother’s greatest intellectual achievement during those years was turning up his shirt collar in the back. My father congratulated him for thinking of such a brilliant thing. So of course I felt superior and that feeling was almost superior to jerking off.«

    – Rabih Alameddine: The True True Story of Raja the Gullible (and His Mother). – New York : Grove Press, 2025. – ISBN 978-0-8021-6647-0. – Seite 264

  • »Es ärgerte ihn, dass Leute, die sie kaum kannten, sich ihres Andenkens bemächtigten, um es nach eigenen Gutdünken zu entstellen. Die Toten sind vogelfrei.«

    – Anjet Daanje: Das Lied von Storch und Dromedar : Roman. – Aus dem Niederländischen von Ulrich Faure. – Berlin : Friedenauer Presse, 2025. – ISBN 978-3-7518-0641-1 – Seite 330

  • »Sie liest bis spät in die Nacht, und je mehr Bücher sie heimlich verschlingt, desto mehr findet sie wieder zu sich selbst zurück. Sie hatte vergessen, wie es ist, sich größer zu fühlen, als man ist, sich so weit in andere hineinzuversetzen, als würde ihr Kopf auch den der anderen umfassen. Armer Daniel, so klug er auch sein mag, er kann sich nur mit der Wirklichkeit auseinandersetzen, was darüber hinaus existiert, sind für ihn bloß triviale Erfindungen, aber genau da, in dieser unendlichen Welt der Dichtung, wartet die Frau auf ihn, nach der er sucht.»

    – Anjet Daanje: Das Lied von Storch und Dromedar : Roman. – Aus dem Niederländischen von Ulrich Faure. – Berlin : Friedenauer Presse, 2025. – ISBN 978-3-7518-0641-1 – Seite 106