Aus dem Leben eines Lesers

Lesen

  • Gestern Abend ein intensiver Silent Book Club. Im Mittelpunkt standen verbannte und verbrannte Bücher. Spannende Auswahl von Büchern, die mitgebracht wurden: Das Kommunistische Manifest als Graphic Novel, Fahrenheit 451 von Ray Bradbury oder Anthony Burgess Clockwork Orange waren einige der Bücher, die gelesen wurden. Gerade die Diskussion um Clockwork Orange (Gewaltdarstellung) und dem YA-Titel Damsel von Elana K. Arnold (Sexualität, sexueller Missbrauch) und dann die Kombinationen mit Titeln von Autor*innen, die durch die Nazis verboten waren – Erich Kästner, Stefan Zweig, Erich Maria Remarque, Ingeborg Keun – brachte interessante Zusammenhänge.
    Warum sind zum Beispiel gerade jüngere Menschen vermutlich anfälliger für rechtspopulistische bis rechtsextreme Aussagen? Tun wir genug für Jugendliche? (Nein, tun wir nicht).
    Ein SBC, der nachwirkt bei mir.

  • Für meine Lese-Liste befinde ich mich auf Reise durch meine Regale. Da fast alle großen Regale doppelreihig belegt sind, bedeutet dies aus- und wieder einräumen bei der Fahrt nach einen bestimmten Buch. So gibt es dann auch Enttäuschungen, denn bis jetzt habe ich meine erste Ausgabe von Umberto Ecos »Der Name der Rose« nicht finden können.
    Was noch beschwerlicher ist: Der Staub. Bücher, wenn man sie nicht regelmäßig zur Hand nimmt, stauben kräftig ein. Ja, ich weiß: Binsenweisheit! Vielleicht sollte dies meine neue sportliche Betätigung werden: Bücher räumen.

  • Meine Listen-Liebe erwacht wieder. Werde in den nächsten Tagen meine 100 wichtigsten Bücher zusammenstellen. Und ansonsten lesen, eine Moderation will vorbereitet sein.

  • »The exact ratio of factors is yet to be agreed, but one thing is certain: the whale is bad news. It points its finger in accusation. No one is innocent in the whale’s unblinking eyes. You, declares the whale, are morally, spiritually and ecologically bankrupt. The whale is alive, but only just about.«

    Oisín McKenna: Evenings and Weekends. – New York (u.a.) : Mariner Books, 2024. – ISBN 978-0-06-331997-4. – Seite 2

  • »What would you do in such a world? I read Dostoyevsky, of course. I read all his novels, one after another, and then reread them. He made me feel supersmart. That was his great talent, making teenage boys feel righteous. At that age, and only at that age, I considered his philosophical questions to be deep and poignant, and the fact that I understood them meant I was superior to everyone. Please remember that my brother’s greatest intellectual achievement during those years was turning up his shirt collar in the back. My father congratulated him for thinking of such a brilliant thing. So of course I felt superior and that feeling was almost superior to jerking off.«

    – Rabih Alameddine: The True True Story of Raja the Gullible (and His Mother). – New York : Grove Press, 2025. – ISBN 978-0-8021-6647-0. – Seite 264