Meine gedachte Liste mit meinen »100 wichtigsten Büchern«, sie wächst. Während meinen Regalreisen kam mir in den Sinn, dass diese Liste spätestens bis zu meinem 60. Geburtstag fertig sein sollte – und der ist gut in einem Monat. Eine Leserlebenbilanz? Nein, dafür sind 100 dann doch zu wenig und vor allem die schlechten Bücher würden fehlen.
Also reise ich weiter durch die Regale in der Hoffnung, die Liste bald fertig zu stellen.
Lektüre
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Zur Hälfte gelesen. Je länger ich lese, desto ärgerlicher werde ich. Was für eine schwule Selbstgeißelung hohler Charaktere! Ich wünsche mir, dass Douglas Stuart noch eine Wendung hinbekommt, befürchte allerdings das Gegenteil.
Zudem: Was für ein alberner Blurb auf der deutschen Ausgabe (die vor dem englischen Original erschienen ist):»Ein Roman, wie er nur alle zehn, fünfzehn Jahre vorkommt.«
Daniel SchreiberNein, lieber Herr Schreiber, so schlechte Romane erscheinen jeden Monat.
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Langsames Ankommen auf der Insel des Hauptprotagonisten Cal. Eingeblendet kurze Erinnerungen an seine Zeit in Edinburgh samt sexueller Eskapaden. Wiedersehen mit seinem alten Schulfreund Doll Macdonald und schließlich seiner Großmutter Ella, die eben nicht die lilafarbenen Füße hat, wie Cals Vater am Telefon angekündigt hatte. Tatsächlich ist bis zur Seite 100 nicht wirklich viel geschehen. Gemächliches Erzählen in »John of John«.
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Sonntagabend ist ein guter Moment die Lektüre eines neuen Buches zu beginnen. So geschehen gestern Abend: »John of John« von Douglas Stuart in der deutschen Übersetzung von Sophie Zeitz. Merkwürdigerweise erscheint die deutsche Übersetzung VOR dem englischen Original, das erst Anfang Mai in die Buchhandlungen kommt.
Wenn ich es in Deutsch mag, kann ich mich ja immer noch an das englische Original wagen, wobei auf den ersten Seiten schon viel Gälisch gesprochen wird. Wie das wohl im Original gelöst ist?
Auf den ersten Seiten begleite ich Cal, der von seinem Vater nach Hause zurückgerufen wird, weil seine Großmutter mütterlicherseits schwer erkrankt ist. Zuhause ist in diesem Fall die Insel Harris, die zu den Hebriden gehört. Karg, windig, schroff.
Das Setting erinnert mich sowohl an »The Boy from the Sea« von Garrett Carr wie auch an »Seascraper« von Benjamin Wood. Die Geschichte hingegen unterscheidet sich deutlich. Es entwickelt sich vermutlich eine Vater-Sohn-Geschichte, die beide ein Geheimnis vor einander haben. Und womöglich haben beide eine Vorliebe für Männer.
Schöne Lesewoche! -
Ein Sofa-Sonntags-Schmöker-Buch: Meike Winnemuth berichtet von ihren Lektüren eines Sommers. Unaufgeregt, freundlich, zugewandt und immer liebevoll mit dem Blick auf Literatur. Hier ist eine Liebhaberin am Werk. Wem gerade einmal der beste Bücherfreund abhanden gekommen ist oder die liebste Lesefreundin gerade keine Zeit hat, dann greife man zu »Eine Seite noch«. Fast wie ein Gespräch und ideal, wenn man vielleicht gerade eine Leseflaute hat. Winnemuth hilft!
