Aus dem Leben eines Lesers

Lektüre

  • Wieder eine anstehende Veränderung in meinem Leben, die vorerst im Schweigen abläuft. Warten auf den Oktober als Biblioaktivist. Unterdessen möglichst zahlreiche Bücher lesen. Aktuell: »Unerwünschte Töchter« von Miriam Carbe. Eine tolle Erzählerin, deren Geschichte ich gerne lese.

  • » In der Reife seines Lebens hatte er die Tat begangen, sein eigenes Werk zu verleugnen. Er hatte Kant gefunden, wie andere Gott finden, und diente von da an nur ihm.
    Dieser Ethiker, zugleich ein Grotesken-Erfinder von maßloser Schärfe, blieb auch für diejenigen, die ihm nur flüchtig begegneten, eine unvergessliche Erscheinung: Auf dem Hals dieser wuchtigen, knochigen Gestalt schien nichts Geringeres zu sitzen als der Kopf Immanuel Kants.«

    Iwan Heilbut: Zugvögel. – Editiert, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Peter Graf. – Berlin : Classen, 2026. – ISBN 978-3-546-10159-2. – S. 247

  • »Man befindet sich im Zeitalter der Offenheit. Man erklärt offen, dass man Propaganda macht; früher sagte man, dass Überzeugung notwendig wäre, und man schwätzte so lange, bis der zu Überzeugende der Beeinflussung erlag. Heute trommelt man ohne falsche Scham Parolen in die Gehirne, bis sich die Schlagworte von selbst wiederholen. Man lügt in Europa offen, man bricht offen Verträge, man spricht offen parteiliche Urteile aus, man unterdrückt, stiehlt, mordet offen – die Offenheit wäre fast eine Moral, wenn sie nicht bloß ein Trick wäre, um eine ältere Generation, die an den Erfolg von so viel Offenheit nicht glauben kann, zu überrennen – und durchaus offen gibt man der Ehre den Fußtritt, den sie etwa im Deutschen Kaiserreich nur unter vier Augen bekam.«

    Iwan Heilbut: Zugvögel. – Editiert, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Peter Graf. – Berlin : Classen, 2026. – ISBN 978-3-546-10159-2. – S. 28-29

  • 100 wichtige Bücher (Nachtbibliothekars Version | Juli 2026)

  • Meine gedachte Liste mit meinen »100 wichtigsten Büchern«, sie wächst. Während meinen Regalreisen kam mir in den Sinn, dass diese Liste spätestens bis zu meinem 60. Geburtstag fertig sein sollte – und der ist gut in einem Monat. Eine Leserlebenbilanz? Nein, dafür sind 100 dann doch zu wenig und vor allem die schlechten Bücher würden fehlen.
    Also reise ich weiter durch die Regale in der Hoffnung, die Liste bald fertig zu stellen.